
Was haben unsere heimischen Eidechsen – vor allem eine – und die Heuernte miteinander zu tun? Das fragten sich auch die JuNas aus Freital, die am 26. September bei bester Herbstsonne in die Somsdorfer Klamm starteten. Auch mit dabei war der neue FÖJler aus dem Umweltzentrum Freital – Anton – der gleich eine Namensrunde anleitete und die Kinder fragte, was sie über Eidechsen wissen.
Sie sind wechselwarm, sie können ihren Schwanz abwerfen, es gibt verschiedene: Das war schon ein guter Ausganspunkt für die erste Station, bei der die JuNas die drei heimischen Eidechsen kennenlernten. Mit der Unterstützung von Somso-Modellen der Eidechsen aus dem Haus der Natur (Dresden), konnten die JuNas die Mauereidechse, Zauneidechse und Waldeidechse in Ruhe betrachten und die Unterschiede herausfinden. Vor allem die verschiedenen Lebensraumansprüche machten es ihnen einfach, bei einem Zuordnungsspiel die richtige Eidechse ausfindig zu machen.
Nach diesem Einstieg ging es tiefer in das besondere Habitat der Klamm hinein. Neben verschlungenen Pfaden und großen Steinriesen, ist hier nämlich auch ein perfekter Lebensraum für die Waldeidechse. Aber was genau braucht die Waldeidechse überhaupt für ein gutes Zuhause? Wir sammelten: sie braucht Moos & Totholz als Verstecke, kühle und feuchte Gebiete aber auch sonnige Bereiche zum Aufwärmen, Insekten als Nahrung. Mit einer Check-Liste ausgestatten, machten sich die JuNas auf die Suche nach dem perfekten Ort und alle drei Gruppen wurden fündig.
Während der kurzen Mittagspause konnte wir noch auf die Ackerflächen oberhalb des Waldes eingehen: Was könnte in so einem Randbereich problematisch für die Waldeidechse werden? Was passiert, wenn Menschen Pestizide auf die Felder direkt oberhalb ihres Lebensraumes eintragen? Damit wurde den JuNas noch ein wichtiger Denkanstoß gegeben, bevor es über abenteuerliche Pfade wieder zurück nach Freital ging.
Hier nämlich kam ein wichtiger Teil des Praxistages ins Spiel: die Heuernte auf einer extensiv bewirtschafteten Wiese, auf der Zauneidechsen vorkommen. Die Wiese wurde im Vorfeld mit einem Balkenmäher schonend gemäht und das Gras zum Trocknen liegen gelassen. Trotz sommerlicher Temperaturen, gaben die JuNas ihr Bestes auf der Fläche, um das Heu abzutragen und so einerseits der Zauneidechse genug Möglichkeit & Zeit zur Flucht zu geben sowie andererseits den Nährstoffeintrag in die Wiese zu minimieren.
Geschafft, aber mit großen Ambitionen das letzte Mal in den Hänger mit dem Heu zu dürfen, entließen wir die JuNas an diesem warmen Frühherbsttag. Danke an alle JuNas, die dabei waren und alle, die diesen Tag möglich gemacht haben!
Bis bald in der Natur,
Lukas Vogt, Sophia Barnewitz
Text: Sophia Barnewitz



